Claude Code Mods: Was sie sind und wie du sie nutzt
Mods verändern Claude Code von innen: eigene Anzeigen, Befehle und Regeln. Was dahintersteckt, wie du einen baust und wo die Risiken liegen.
Claude Code Mods sind Plugins, die Claude Code von innen verändern. Ein Mod reagiert auf Ereignisse wie einen Werkzeugaufruf oder eine Eingabe und kann dabei eigene Anzeigen zeichnen, Befehle ergänzen oder einen Werkzeugaufruf anhalten, bevor er ausgeführt wird. Mods gibt es seit Anfang Oktober 2026 im Terminal (ab Version 2.1.287) und im Code-Tab der Desktop-App. Bauen kannst du sie ohne Programmierkenntnisse: Du beschreibst Claude, was der Mod tun soll. Weil ein Mod aber mit deinen Rechten läuft, gehören nur geprüfte Mods aus vertrauenswürdigen Quellen auf deinen Rechner.
Was sind Claude Code Mods?
Ein Mod ist ein Plugin mit ein paar Zeilen JavaScript oder TypeScript. Diese Funktionen hängen sich an Ereignisse in Claude Code: Claude will ein Werkzeug aufrufen, du schickst eine Eingabe ab, die Oberfläche wird neu gezeichnet. Bei jedem Ereignis hat der Mod drei Möglichkeiten:
- Beobachten: mitzählen oder mitschreiben und das Ereignis unverändert weiterlaufen lassen
- Ändern: das Ereignis anpassen, etwa einen Text in der Ladeanzeige ergänzen
- Beantworten: das Ereignis selbst erledigen, sodass das übliche Verhalten nicht läuft, zum Beispiel einen Befehl ablehnen
Für alles außerhalb seines eigenen Codes, also Dateien lesen, Programme starten oder Anfragen ins Netz schicken, muss ein Mod eine feste Schnittstelle von Claude Code benutzen. Dadurch lässt sich vor der Installation auflisten, was ein Mod tut.
Einige Funktionen von Claude Code sind selbst als Mods gebaut, etwa der Befehl /diff mit seinem eigenen Fensterbereich oder das Laden der Datei AGENTS.md als Projektanweisung. Anthropic hat den Quellcode dieser Mods veröffentlicht.
Mods, Hooks, Skills und MCP-Server im Vergleich
Claude Code hatte schon vorher mehrere Wege, es zu erweitern. Der Unterschied: Hooks, Skills und MCP-Server wirken von außen, ein Mod läuft innerhalb von Claude Code.
| Mod | Hook in den Einstellungen | Skill | MCP-Server | |
|---|---|---|---|---|
| Was es ist | Funktionen, die Claude Code im eigenen Prozess aufruft | Shell-Befehl, HTTP-Anfrage oder Prompt bei einem Ereignis | Anleitung in einer Markdown-Datei | Eigener Dienst, der Claude Werkzeuge gibt |
| Kann die Oberfläche ändern | Ja | Nein | Nein | Nein |
| Geschrieben in | JavaScript oder TypeScript | beliebiges Skript plus Eintrag in den Einstellungen | Markdown | beliebige Sprache |
| Passt, wenn | du eine Anzeige, einen eigenen Befehl oder einen Eingriff in Werkzeugaufrufe willst | du ein Ereignis mit einem vorhandenen Skript blockieren, erlauben oder protokollieren willst | du Claude immer wieder dieselben Anweisungen gibst | Claude ein externes System erreichen soll |
Ein Plugin kann alles davon enthalten. Ein Mod kann also zusammen mit einem Skill und einem MCP-Server ausgeliefert werden.
Was ein Mod kann: Beispiele
Laut Anthropic öffnen Mods vier Möglichkeiten, die es vorher nicht gab:
- Anzeigen: eigene Bereiche neben dem Verlauf oder als Leiste über dem Eingabefeld, mit Reitern, Knöpfen und Textfeldern
- Oberfläche umbauen: Teile, die Claude Code selbst zeichnet, ersetzen oder umgestalten, etwa die Ladeanzeige oder das Fenster für Rückfragen
- In Werkzeugaufrufe eingreifen: einen Aufruf anhalten und nachfragen, ihn ohne Ausführung beantworten oder an ein anderes Modell schicken
- Eigene Befehle: ein
/befehl, der sofort deine Funktion ausführt, ohne dass Claude antworten muss, auch während Claude arbeitet
Anthropic stellt im Repository claude-code-playground drei Beispiel-Mods bereit. token-weather zeigt über dem Eingabefeld, wie voll das Kontextfenster ist. blast-radius hält riskante Befehle wie rm -rf an und zeigt, was sie ändern würden, mit Knöpfen zum Fortfahren oder Abbrechen. replay-theater spielt die Dateiänderungen der letzten Antwort Schritt für Schritt ab.
Seit dem Start teilen Nutzerinnen und Nutzer eigene Mods. Einige Ideen, die im Alltag wirklich helfen:
Kosten und Kontext im Blick
Claude Code hält den Verlauf eines Chats eine Zeit lang auf den Servern von Anthropic vor, im sogenannten Cache. Solange er gültig ist, wird der Verlauf bei der nächsten Nachricht günstig wiederverwendet. Läuft er ab, wird alles neu verarbeitet. Mit einem Claude-Abo hält der Cache des Hauptchats eine Stunde, mit API-Schlüssel fünf Minuten. Ein Mod kann zeigen, wie lange der Cache noch hält, wie voll der Kontext ist und was ein Neuaufbau kosten würde, und kurz vor Ablauf warnen.


Vertrauliche Daten bei Bildschirmaufnahmen ausblenden
Wer den Bildschirm teilt, zeigt schnell E-Mail-Adressen, Preise oder Kundennamen. Ein Aufnahmemodus kann solche Angaben in Claudes Antworten durch Platzhalter ersetzen. Claude arbeitet weiter mit den echten Daten, sie stehen nur nicht auf dem Bildschirm.
![Antwort von Claude im Aufnahmemodus: Statt der echten E-Mail-Adressen stehen Platzhalter wie [email] im Text](/img/blog/claude-code-mods/aufnahmemodus.webp)
Fortschritt langer Aufgaben
Mit /goal gibst du Claude ein größeres Ziel, das es selbstständig in Teilaufgaben zerlegt. Ein Mod kann daraus eine Fortschrittsanzeige machen, mit Teilaufgaben, Balken und vergangener Zeit.

Schutz bei parallelen Chats
Laufen mehrere Chats im selben Projekt, können zwei dieselbe Datei bearbeiten. Ein Mod kann vor jeder Änderung prüfen, ob ein anderer Chat die Datei gerade verändert hat, und nachfragen: fortfahren, in eine getrennte Arbeitskopie ausweichen oder abbrechen.

So baust und installierst du einen Mod
Der einfachste Weg führt über Claude selbst. In einer Claude-Code-Sitzung beschreibst du, was du willst, etwa „Bau mir einen Mod, der den aktuellen Git-Branch über dem Eingabefeld anzeigt“. Claude nutzt dafür eine eingebaute Anleitung namens plugin-authoring.
- Mod beschreiben: in normaler Sprache, mit dem Problem, das er lösen soll
- Freigeben: Claude Code fragt, ob es die Mods dieser Sitzung laden soll. Erst dann läuft der Code.
- Ausprobieren und nachbessern: Jede Änderung lädt am Ende der Antwort neu.
- Behalten: Ein so gebauter Mod gilt nur für diese Sitzung. Für dauerhafte Nutzung kopierst du seinen Ordner an einen eigenen Ort und startest Claude Code mit
--plugin-diroder legst ihn in einen Plugin-Marktplatz.
Fertige Mods installierst du wie jedes Plugin mit /plugin install name@marktplatz. Ob ein Mod geladen ist, zeigt /plugin. Wenn etwas nicht stimmt, startest du mit claude --safe-mode eine Sitzung ohne installierte Mods.
Wer selbst Code schreibt, braucht keinen Build-Schritt: Claude Code lädt .js- und .ts-Dateien direkt. Ein kleiner Mod besteht aus drei Dateien, und claude plugin validate prüft, ob alles stimmt. Mit claude plugin test lassen sich sogar automatische Tests schreiben, die ohne Sitzung laufen.
Worauf du bei der Sicherheit achten musst
Anthropic ist hier deutlich: Ein Mod ist Code, der mit deinen Rechten innerhalb von Claude Code läuft, und er ist nicht abgeschottet. Auch die Sandbox von Claude Code schützt nicht davor, sie gilt nur für die Befehle, die Claude selbst ausführt. Ein Mod kann:
- Dateien: überall lesen und schreiben, wo dein Benutzerkonto Zugriff hat
- Zugangsdaten: Umgebungsvariablen und Einstellungen lesen, auch API-Schlüssel darin
- Sitzung: jede Eingabe und jeden Werkzeugaufruf sehen und verändern
- Freigaben: Werkzeugaufrufe genehmigen, bevor du gefragt wirst
- Kosten: auf deinem Abo oder API-Schlüssel Modelle aufrufen
Nur das Freigabefenster selbst kann ein Mod nicht umgestalten. Vor der Installation zeigt claude plugin validate auf dem Ordner des Mods, auf welche Ereignisse er reagiert und welche Zugriffe er nutzt, ohne ihn auszuführen. Achte besonders auf Zugriffe auf Dateien, Programme, das Netz und Umgebungsvariablen.
Was das für dein Unternehmen bedeutet
Für Betriebe, in denen mehrere Leute mit Claude Code arbeiten, sind Mods zweischneidig. Einerseits lassen sich Regeln direkt ins Werkzeug einbauen: Rückfragen vor Änderungen an bestimmten Ordnern, ausgeblendete Kundendaten bei Präsentationen, sichtbare Kosten pro Sitzung. Andererseits kann ohne Vorgaben jede Person im Team Mods installieren, die alles sehen, was Claude sieht.
Anthropic gibt Administratoren dafür verwaltete Einstellungen an die Hand:
| Ziel | Einstellung |
|---|---|
| Keine selbst installierten Mods | Option allowManagedModsOnly auf true |
| Nur Mods aus freigegebenen Quellen | Freigabeliste für Marktplätze und disableSideloadFlags |
| Eigene Firmen-Mods für alle | Mod in einem Firmenverzeichnis ablegen und über enabledPlugins aktivieren |
| Gar keine Mods und Hooks | disableAllHooks auf true |
Mit Team- oder Enterprise-Abo läuft außerdem ein eingebauter Schutz-Mod, der verhindert, dass Mods einzelner Nutzerinnen und Nutzer die verwalteten Regeln und Anweisungen der Organisation aushebeln.
Wenn dein Team Claude Code für Automatisierungen nutzt, lohnt sich eine kurze Regel: Welche Mods sind erlaubt, wer prüft neue, und wo liegen sie. Wie Automatisierung im Betrieb insgesamt aussieht, steht in Was ist KI-Prozessautomatisierung?. Wenn du wissen willst, welche deiner Abläufe sich dafür eignen, schauen wir uns das im kostenlosen Automatisierungs-Check an.
Für feste Abläufe statt einmaliger Skripte setzen wir als n8n-Agentur auf Workflows, die wir gemeinsam aufbauen und im Betrieb begleiten.
Häufige Fragen
Was sind Claude Code Mods?
Mods sind Plugins, die innerhalb von Claude Code laufen und auf Ereignisse reagieren, etwa einen Werkzeugaufruf, eine Eingabe oder das Zeichnen der Oberfläche. Sie können eigene Anzeigen zeichnen, Befehle ergänzen und Werkzeugaufrufe anhalten, ändern oder ablehnen.
Was ist der Unterschied zwischen Mods und Hooks?
Hooks in den Einstellungen sind Shell-Befehle, HTTP-Anfragen oder Prompts, die Claude Code bei einem Ereignis von außen ausführt. Mods sind Funktionen, die innerhalb von Claude Code laufen. Deshalb können nur Mods die Oberfläche verändern und eigene Befehle ohne Umweg über Claude ausführen.
Muss ich programmieren können, um einen Mod zu bauen?
Nein. Du beschreibst in einer Claude-Code-Sitzung, was der Mod tun soll, und Claude schreibt ihn. Bevor er läuft, musst du ihn freigeben.
Wo funktionieren Mods?
Im Terminal ab Claude Code 2.1.287 und im Code-Tab der Desktop-App. In der VS-Code-Erweiterung, bei claude -p und im Agent SDK laufen sie im Hintergrund, zeichnen aber keine Anzeigen.
Kann ich Mods im Unternehmen sperren?
Ja. Mit der Option allowManagedModsOnly in den verwalteten Einstellungen laden nur die Mods, die deine Organisation selbst bereitstellt. Die in Claude Code eingebauten Mods laufen weiter.
Quellen
